methusalem mausMein Name ist Methusalem Maus. Eigentlich äußere ich mich nicht so gerne in der Öffentlichkeit, aber in letzter Zeit geschehen in meinem Zuhause merkwürdige Dinge, die ich nicht für mich behalten kann.
Vielleicht sollte ich mich erst einmal vorstellen: Ich gehöre zur Familie der Baumäuse und lebe schon seit Urzeiten – also zumindest so lange ich denken kann – im Fachwerkhaus an der Weiherstraße.

Bis jetzt war mein Zuhause immer relativ ruhig. Die einzigen Mitbewohner waren ein paar Holzwürmer und Insekten, die sich langsam durch die Balken fraßen, mich aber in Ruhe meinen Alltagsgeschäften nachgehen ließen. Aber Ende August wurde es auf einmal unruhig. Nicht nur dass plötzlich ständig Leute durch das Haus liefen, nein -  sie klopften auch überall an den Wänden, rissen meine 27 Schichten Tapeten über meinem geschmackvoll angeordneten Gangsystem ab und fingen zu guter Letzt auch noch an, den schönen, moderig riechenden Lehmputz von den Wänden und Decken zu schlagen. Unerhört! Ich frage mich wirklich, was das soll.

schuttrutsche

An einem Tag haben sie einen langen, blauen Riesenwurm an ein Fenster gehängt. Der sieht aus wie tot. Die Menschen sprachen immer von einer Rutsche. Das habe ich dann direkt mal ausprobiert als sie weg waren… Klappt prima! Nur die Landung ist etwas hart – wäre besser, wenn man in einer dieser Kisten ankommen würde, wo der schöne Lehm drin ist. Wenn die Menschen da sind, steckt der blaue Riesenwurm auch immer seinen Kopf in die Kiste, aber die Menschen rutschen nie – das sind schon seltsame Geschöpfe.
Samstags ist immer am meisten los, deshalb verziehe ich mich dann lieber unter die vielen Brombeeren im Garten. Aber unter der Woche beobachte ich schon mal den einen oder anderen bei seinem Tun. Ich passe natürlich auf, dass keiner mich sieht, schließlich weiß man nicht, was so ein Mensch dann macht. Meistens kreischen sie ja nur, aber man weiß ja nie…
Es ist allerdings auch ganz aufregend, jetzt, wo die Menschen immer da sind. Überall verändert sich etwas, viele komische Geräte liegen herum, über die ich dann balancieren kann.

Das Beste ist aber, dass ich jetzt vom Spitzboden direkt bis in den Keller flitzen kann – ohne Umwege. Zwischen den einzelnen Geschossen sind jetzt nämlich nur noch die Dielenbretter – und die sind, dank meiner Mitbewohner, auch nicht mehr überall ganz da. Zum Glück sind diese Menschen aber sehr reinlich. Sie lassen nicht alles liegen, sondern schleppen alles was so runterfällt oder -gerissen wird in die großen Kisten auf dem Vorplatz. Meine Hochachtung, die schaffen mehr als eine ganze Mäusemeute!

Am Samstag haben die Menschen das Haus dann ausgezogen – ich finde das ja unpraktisch, schließlich kommt der Herbst und es wird kälter. Vielleicht war es dem Haus aber auch unbequem und es ist froh, diese Pappe los zu sein.
Wenn die Menschen Pause machen, bekommen sie meistens Futter gebracht. Dann schleiche ich mich heran und spitze die Ohren. Hier erfährt man fast immer etwas, was die Menschen gemacht haben oder noch tun wollen. Ihnen gehört jetzt das Haus, auch das kleine Haus daneben und die Garage. Übrigens ein Paradies: man konnte sich von vorne bis hinten und von unten bis oben durchfressen – so voll waren die. Die Menschen scheinen aber sehr, sehr viel Platz zu brauchen. Die ganzen Sachen hat ein großer Wagen gefressen, dem sie alles in den Rachen geworfen haben. Der schien sehr hungrig gewesen zu sein, denn er hat wortlos, aber mit Brummen 27m³ Zeug gefressen.
Die Wiese daneben gehört der Stadt. Mit der wollen sie sich wohl vertragen – was das mit „Kaufen“ zu tun hat, habe ich noch nicht rausbekommen.

Auf jeden Fall bin ich gespannt was als nächstes passiert.
Ich werde die Geschehnisse im Auge behalten und euch davon berichten!

Euer

Methusalem Maus

spacer_quer

weitere Beiträge von Methusalem Maus

 

 

Kollekte online

 

Girocode mit eigener
Banking-App scannen
und online Spenden!